
Südlich von Mallorca, kaum zwanzig Seemeilen vom Cap de ses Salines entfernt, liegt ein Archipel, der zu den stillen Höhepunkten eines Balearen-Törns gehören kann: Cabrera. Kristallklares Wasser, eine geschützte Bucht, eine kleine Burg auf dem Hügel, kein Straßenlärm, kaum Licht in der Nacht – ein Ankerstopp, der lange in Erinnerung bleibt.
Wer mit der Charteryacht oder dem eigenen Boot nach Cabrera möchte, muss eines wissen: Das funktioniert hier anders als in einer normalen Bucht. Cabrera ist ein maritimer Nationalpark. Es gibt keine freien Ankerplätze, keine spontane Einfahrt ohne Papiere und keine Marina-Infrastruktur. Wer Cabrera in den Törn einbauen möchte, plant Genehmigung, Boje und Verhalten vor Ort vorab – und hat dann einen entspannten, lohnenden Aufenthalt.
Dieser Guide erklärt, was Chartercrews und Wassersportler brauchen: Navigationserlaubnis, Tagesbojen, Übernachtungsreservierung, Regeln vor Ort und praktische Tipps für die Einbindung in einen Mallorca-Törn.
Warum Cabrera kein spontanes Ankerziel ist
Der Parque Nacional Marítimo-Terrestre del Archipiélago de Cabrera ist einer der am strengsten geschützten Meeresparks Spaniens. Das bedeutet konkret: Freies Ankern mit eigenem Anker ist im gesamten Nationalpark nicht erlaubt – auch nicht „kurz auf Sand", auch nicht auf Posidonia-Seegras, auch nicht außerhalb der Hauptbucht. Alle Boote liegen an genehmigten Parkbojen.
Zusätzlich braucht jede Yacht – ob Charter oder privat – eine Navigationserlaubnis, um in die Parkgewässer einzufahren. Diese Erlaubnis ist kostenlos und gilt zwölf Monate, muss aber vorab beantragt werden. Wer ohne Genehmigung einläuft, riskiert eine empfindliche Geldbuße.
Gleichzeitig ist die Kapazität begrenzt: Maximal 50 Übernachtungsbojen stehen pro Nacht im Puerto de Cabrera zur Verfügung. In der Hochsaison sind diese Kontingente regelmäßig ausgebucht. Wer Cabrera als festen Törnpunkt plant, braucht einen Vorlauf von bis zu zwanzig Tagen.
Das klingt aufwendig – ist es aber nicht, wenn man einmal verstanden hat, wie das System aufgebaut ist.
Navigationserlaubnis, Tagesboje und Übernachtungsboje: der Unterschied
Viele Crews verwechseln diese drei Dinge. Der Unterschied ist wichtig, weil er bestimmt, was man wann tun muss.
1. Navigationserlaubnis (Permiso de Navegación)
Die Eintrittskarte für die Fahrt in die Parkgewässer. Kostenlos, gilt zwölf Monate, wird online beantragt. Ohne diese Erlaubnis darf man nicht einlaufen – aber sie berechtigt weder zu einem Liegeplatz noch zu einer Übernachtung. Die Navigationserlaubnis ist die Grundvoraussetzung für alle anderen Schritte.
2. Tagesbojen (Boyas de Día)
Für Tagesbesucher gibt es Tagesliegebojen in verschiedenen Bereichen der Bucht. Diese sind nicht vorab reservierbar – man kommt hin und schaut, ob eine frei ist. Tagesbojen sind nur für Boote bis 15 Meter Länge, und sie dürfen nur tagsüber genutzt werden: von einer Stunde nach Sonnenaufgang bis eine Stunde vor Sonnenuntergang. Übernachten ist an Tagesbojen nicht gestattet.
3. Übernachtungsboje (Reserva de Fondeo)
Wer auf Cabrera übernachten möchte, braucht zusätzlich zur Navigationserlaubnis eine reservierte Übernachtungsboje. Offiziell heißt das System „Reserva de Fondeo" – was wörtlich nach Ankern klingt, aber hier die genehmigte Nutzung einer Parkboje meint. Diese Reservierung ist kostenpflichtig, zeitlich begrenzt und muss im offiziellen Buchungssystem vorgebucht werden.
Kurz zusammengefasst: Navigationserlaubnis = Einfahrt erlaubt. Tagesboje = Tagesaufenthalt möglich, wenn eine frei ist. Übernachtungsboje = vorab reservierte, kostenpflichtige Boje für die Nacht.
So reservieren Crews eine Boje auf Cabrera
Das Reservierungssystem ist online und vergleichsweise übersichtlich – wenn man die Reihenfolge kennt.

Schritt 1: Törnzeitraum und Wetterfenster festlegen
Cabrera liegt offen nach Süden. Bei auflandigem Wind aus dieser Richtung kann die Bucht ungemütlich werden. Ein stabiles Wetterfenster mit moderaten Winden aus nördlichen oder westlichen Richtungen ist ideal. Den Cabrera-Tag nicht auf die letzte Charternacht legen – ein Ausweichplan auf Mallorca sollte immer möglich bleiben.
Schritt 2: Navigationserlaubnis beantragen
Über das offizielle Reservierungsportal der Parques Nacionales beantragt man die kostenlose Navigationserlaubnis. Sie gilt zwölf Monate. Bei einer Charteryacht müssen die Daten der tatsächlich genutzten Yacht korrekt eingetragen sein – Bootsnamen, Länge, Kennzeichen. Die Genehmigung gilt nicht für ein anderes Boot.
Schritt 3: Tagesbesuch oder Übernachtung entscheiden
Ein Tagesbesuch ist mit der Navigationserlaubnis möglich, wenn eine Tagesboje frei ist. Das lässt sich nicht vorab garantieren. Wer sicher Cabrera erleben möchte, plant eine Übernachtungsreservierung ein.
Schritt 4: Boje im 20-Tage-Fenster prüfen und buchen
Übernachtungsbojen können maximal zwanzig Tage im Voraus reserviert werden. Im Juli und August sind nach aktuellem Stand maximal zwei aufeinanderfolgende Nächte möglich; in der Nebensaison bis zu sieben Nächte. Zwischen zwei Reservierungsanträgen müssen mindestens sieben Tage liegen. Die Buchung der Nachtstunden gilt von 18:00 Uhr am Ankunftstag bis 17:00 Uhr am letzten Reservierungstag.
Schritt 5: Passende Bootslänge und Bojenfarbe wählen
Die Bojen sind farblich nach Bootslänge sortiert (Weiß bis 12 m, Gelb bis 15 m, Orange bis 20 m, Rot bis 35 m). Man muss an der Boje der passenden Kategorie festmachen. Wer eine größere Boje reserviert, zahlt den Tarif der reservierten Boje.
Schritt 6: Charter oder Privatboot korrekt angeben
Das Buchungssystem unterscheidet zwischen Charterbooten und Privatbooten. Korrekte Angaben sind wichtig – die Reservierungsbedingungen weisen darauf hin, dass bei Charterbooten auch die Charterfirma subsidiär für Regelverstöße verantwortlich sein kann. Im Zweifelsfall mit der Charterbasis abstimmen.
Schritt 7: Bestätigung an Bord verfügbar halten
Die Buchungsbestätigung (digital oder ausgedruckt) an Bord mitführen. Das Parkpersonal kann sie beim Einlaufen verlangen. Maßgeblich sind immer die im offiziellen Buchungssystem angezeigten Bedingungen – bei Abweichungen von diesem Guide gilt die offizielle Quelle.
Das Kontingent ist begrenzt: Nach aktueller Regelung können bis zu 20 Plätze für Charterboote und bis zu 30 für Privatboote vergeben werden; nicht genutzte Plätze aus einem Kontingent können in das andere übergehen. Bei Stornierung mindestens eine Stunde vor dem gebuchten Zeitraum werden nach offizieller Reservierungslogik 50 % der Gebühr erstattet. Maßgeblich sind die im System angezeigten aktuellen Bedingungen.
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Balearen-Törn persönlich planen lassenWas kostet eine Cabrera-Boje?
Die Gebühren richten sich nach Bootslänge und Saison. Die folgende Tabelle gibt den Stand Juni 2026 wieder, basierend auf der offiziellen Tarifstruktur. Maßgeblich ist immer der im offiziellen Buchungssystem angezeigte Preis – bei Abweichungen gilt die offizielle Quelle.
| Bojenfarbe | Bootslänge | Nebensaison (1. Okt – 30. Apr) | Hauptsaison (1. Mai – 30. Sep) |
|---|---|---|---|
| Weiß | bis 12 m | 9,12 € | 18,23 € |
| Gelb | über 12–15 m | 14,64 € | 29,17 € |
| Orange | über 15–20 m | 25,53 € | 66,59 € |
| Rot | über 20–35 m | 78,42 € | 204,53 € |
Stand: Juni 2026. Alle Preise pro Nacht. Änderungen vorbehalten – maßgeblich sind die im offiziellen Buchungssystem angezeigten Preise.
Die meisten Charteryachten liegen in der Weiß- oder Gelb-Kategorie. Für eine typische 40-Fuß-Yacht (rund 12 m) liegt die Übernachtungsgebühr in der Hauptsaison also bei etwa 18–29 Euro – ein überschaubarer Betrag für einen Platz in einem der schönsten Naturparks des Mittelmeers.
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Nicht jede Crew muss Cabrera erzwingen. Wir beraten Sie, ob Tagesbesuch, Übernachtung oder eine entspannte Alternative auf Mallorca besser zu Ihrem Törn passt.
Törnplanung anfragenWas ist auf Cabrera erlaubt – und was nicht?
Cabrera ist ein streng geschützter Nationalpark. Die Regeln sind klar und werden vom Parkpersonal kontrolliert. Für Chartercrews gilt: Wer die Regeln kennt, kann sich entspannt bewegen. Wer sie ignoriert, riskiert Bußgelder – und im schlimmsten Fall auch Konsequenzen für die Charterfirma.
Was nicht erlaubt ist
- Freies Ankern mit eigenem Anker – im gesamten Nationalpark verboten, ohne Ausnahme.
- Sportfischen, Angeln vom Boot, Speerfischen – alle Formen der Sportfischerei sind im Park verboten, einschließlich Unterwasserfischerei.
- Drohnen – nicht erlaubt.
- Feuer – kein offenes Feuer, keine Grills an Land.
- Hunde und andere Tiere an Land bringen – verboten.
- Natur- oder Kulturgüter verändern oder mitnehmen – kein Sammeln von Steinen, Muscheln, Pflanzen, historischen Gegenständen.
- Anlanden außerhalb der genehmigten Stellen – an beliebigen Stränden oder Küstenabschnitten ist Anlanden nicht erlaubt.
- Ankern bei der Cova Blava – auch diese bekannte Blaue Grotte kann nicht frei beankert werden; der Besuch erfolgt von einer Boje aus mit dem Beiboot oder nach aktueller offizieller Regelung.
Was beachtet werden sollte
- Nur auf freigegebenen Wegen an Land gehen.
- Pflanzen und Tiere nicht berühren, stören oder füttern.
- Anweisungen des Parkpersonals befolgen.
- Keinen Müll zurücklassen – es gibt keine Müllbehälter im Park; alles zurück nach Mallorca bringen.
- Geschwindigkeit in der Bucht und in Parkgewässern moderat halten – keine unnötige Lärmbelästigung durch Motoren oder laute Musik. Offizielle Geschwindigkeitsbegrenzungen vor Ort beachten.
- Rücksicht auf andere Boote und Besucher im Bojenfeld.
Gerätetauchen ist möglich, braucht aber eine zusätzliche Genehmigung. Wer tauchen möchte, sollte sich vorab im Informationsbüro des Parks anmelden und die geltenden Bedingungen prüfen. Schnorcheln und Baden sind in geeigneten und freigegebenen Bereichen möglich. SUP und Kajak im Hafenbereich nur regelkonform und mit ausreichend Abstand zum Bootsverkehr. Quer durch den Hafen zu schwimmen ist wegen des Bootsverkehrs nicht zu empfehlen.
Landgang, Baden und Verhalten im Nationalpark

Die Charteryacht bleibt an der zugewiesenen Boje. Man geht nicht einfach am Hauptkai fest – dieser ist für Fähren, Parkboote und Sicherheitskräfte reserviert. Der Landgang erfolgt mit dem Beiboot (Dinghy) zu den offiziell erlaubten Anlandestellen:
- Hauptkai im Hafen (Moll Principal del Port) – die primäre Anlandestelle für Besucher.
- Mollet de Cas Pagès bei Sa Platgeta – eine zweite erlaubte Anlandestelle.
An beliebigen Stränden oder Küstenabschnitten anlanden ist nicht erlaubt. Das Parkpersonal ist präsent und kontrolliert die Einhaltung.
An Land gibt es öffentliche Toiletten, aber keine Duschen. Es gibt keine Restaurants – nur eine kleine Kantine (Cantina) mit Getränken. Proviant muss vollständig von Mallorca mitgebracht werden. Bezahlung: Es sollte davon ausgegangen werden, dass Barzahlung notwendig ist; Kartenleser sind vor Ort möglicherweise nicht verfügbar. Im Zweifelsfall vorab prüfen.
Für Boote gibt es keine Strom- oder Wasseranschlüsse, keine Tankstelle, keine Müllentsorgung. Alles, was die Crew an Bord hat, bleibt an Bord oder wird zurück nach Mallorca gebracht.
Versorgung und Infrastruktur: Was Cabrera nicht ist
Cabrera ist kein Versorgungshafen. Das ist keine Kritik – es ist eine wichtige Information für die Törnplanung.
| Was gibt es? | Verfügbar |
|---|---|
| Öffentliche Toiletten | Ja |
| Duschen | Nein |
| Trinkwasser an Bord füllen | Nein |
| Diesel / Treibstoff | Nein |
| Strom / Landstrom | Nein |
| Müllentsorgung im Park | Nein |
| Restaurants | Nein – nur eine kleine Kantine mit Getränken |
| Geldautomat | Nein |
| Lebensmittel kaufen | Nein – Proviant vollständig mitbringen |
| WLAN / Mobilfunk | Eingeschränkt – nicht verlassen |
Vor dem Cabrera-Stopp sollten Diesel, Frischwasser, Proviant, Batteriekapazität und ausreichend Müllkapazität an Bord sichergestellt sein. Wer diese Dinge in Portocolom, Colonia de Sant Jordi oder einer Mallorca-Marina erledigt, startet entspannt und ohne Stress in Richtung Nationalpark.
Cabrera sinnvoll in den Mallorca-Törn einbauen
Cabrera ist am schönsten als bewusst geplanter Höhepunkt – nicht als spontane Abweichung vom Kurs. Ein paar praktische Überlegungen:
Von wo aus einplanen?
Colonia de Sant Jordi an der Südküste Mallorcas ist die klassische Ausgangsposition. Von dort sind es rund zwölf Seemeilen bis zum Eingang der Cabrера-Bucht – ein überschaubarer Schlag, auch für Crews, die keine langen Überfahrten mögen. Alternativ bieten sich Portocolom und Cala d'Or an, jeweils 15 bis 20 Seemeilen entfernt.
Nicht auf die letzte Charternacht legen
Ein häufiger Fehler: Cabrera als finalen Stopp einplanen, direkt vor der Rückgabe. Das ist riskant. Wenn die Boje storniert wird oder das Wetter nicht mitspielt, muss die Crew von der Möglichkeit einer entspannten Alternative Gebrauch machen können. Wer Cabrera als vorletzten Abend einplant und danach eine Nacht in Portocolom oder Colonia de Sant Jordi vorsieht, hat eine gute Pufferposition.
Wetter und Windrichtung
Cabrera liegt zur Südseite offen. Bei auflandigem Wind aus Süd oder Südost kann die Bucht unruhig werden. Die besten Bedingungen bieten Windrichtungen aus Norden oder Nordwesten – dann liegt man geschützt und ruhig. Wetterfenster sollten zwei bis drei Tage im Voraus beobachtet werden.
Crew und Erfahrung
Cabrera ist kein technisch schwieriges Revier, aber ein Revier mit klaren Regeln und begrenzten Ausweichmöglichkeiten an Land. Für erfahrene und gut vorbereitete Crews ist es ein ausgezeichneter Stopp. Für sehr unerfahrene Crews, die noch mit der Yacht eingesegelt werden müssen, empfiehlt sich ein Tagesbesuch als erste Option – oder der Stopp wird auf einen späteren Törn verschoben. Wer unsicher ist: Es gibt auf den Balearen viele schöne Alternativen, die weniger Vorlaufplanung erfordern.
Ausweichplan bereithalten
Falls Cabrera ausfällt – wegen Wetter, wegen voller Bojen oder weil die Reservierung nicht geklappt hat – gibt es gute Alternativen: Cala Pi südöstlich von Palma, Es Trenc und seine Umgebung oder ein ruhiger Ankerplatz an der Ostküste. Ein guter Törn plant nicht nur das Ziel, sondern auch das sinnvolle Ausweichszenario.
Checkliste für Chartercrews: Cabrera richtig vorbereiten
Vor dem Törn
- Navigationserlaubnis online beantragen (kostenlos, gilt 12 Monate)
- Übernachtungsboje im 20-Tage-Fenster reservieren
- Buchungsbestätigung auf Mobilgerät oder ausgedruckt an Bord verfügbar
- Bootslänge und Bojenfarbe korrekt gebucht
- Charter- oder Privatboot korrekt angegeben
- Wetterfenster für Anreisetag beobachtet
- Ausweichplan auf Mallorca festgelegt
- Cabrera nicht auf die letzte Charternacht gelegt
Proviant und Technik
- Diesel vollständig aufgefüllt (keine Tankstelle auf Cabrera)
- Frischwasser vollständig aufgefüllt (kein Wasser im Park)
- Proviant für die Cabrera-Zeit komplett an Bord
- Getränke und Eis mitbringen – Kantine bietet nur Grundversorgung
- Barzahlung für die Kantine einplanen
- Müllsäcke für Rückbringung nach Mallorca an Bord
- Batteriekapazität geprüft (kein Landstrom)
Verhalten vor Ort
- Beiboot für Landgang bereit machen
- Nur an erlaubten Stellen anlanden (Hauptkai, Mollet de Cas Pagès)
- Nur auf freigegebenen Wegen an Land bewegen
- Keinen Müll im Park zurücklassen
- Keine Hunde oder Tiere an Land bringen
- Kein Fischen, kein Speerfischen vom Boot oder zu Wasser
- Keine Drohnen
- Anweisungen des Parkpersonals befolgen
Fazit: Cabrera ist gut machbar – mit der richtigen Vorbereitung
Cabrera ist kein komplizierter Stopp, aber ein Stopp, der Vorbereitung braucht. Wer die Navigationserlaubnis hat, eine Boje im richtigen Zeitfenster reserviert und mit einem voll ausgerüsteten Boot einläuft, wird dort einen der stilsten und eindrucksvollsten Abende eines Balearen-Törns erleben. Klares Wasser, wenig Licht, viele Sterne – und das Wissen, an einem der wenigen wirklich geschützten Plätze des westlichen Mittelmeers zu liegen.
Wer bei der Planung unsicher ist – ob Cabrera in die Route passt, ob die Boje noch frei sein wird, ob eine Tagesvariante sinnvoller ist – kann sich mit uns beraten. Wir unterstützen Chartercrews nicht nur bei Yachtwahl und Buchung, sondern auch bei realistischer Ankerstrategie und Törnplanung für Reviere mit besonderen Regeln.
Für aktuelle Hinweise zur Posidonia-Bojenreservierung auf den Balearen generell lohnt sich auch ein Blick auf unsere Revierupdate-News zu den Balearen.
Häufige Fragen zu Cabrera mit der Charteryacht
Braucht man für Cabrera eine Genehmigung?
Ja. Jede Yacht – Charter oder privat – braucht eine kostenlose Navigationserlaubnis, um in die Parkgewässer einzufahren. Wer übernachten möchte, braucht zusätzlich eine reservierte Übernachtungsboje. Beides wird online beantragt.
Darf man auf Cabrera ankern?
Nein. Freies Ankern mit eigenem Anker ist im gesamten Nationalpark nicht erlaubt – auch nicht kurz auf Sand und auch nicht auf Posidonia. Alle Boote liegen an genehmigten Parkbojen.
Wie reserviert man eine Boje auf Cabrera?
Über das offizielle Buchungssystem der CAIB (reservacabrera.caib.es) und das Portal der Parques Nacionales. Die Navigationserlaubnis und die Übernachtungsboje werden getrennt beantragt. Übernachtungsbojen können maximal 20 Tage im Voraus gebucht werden.
Wie lange darf man auf Cabrera bleiben?
Nach aktuellem Stand maximal zwei aufeinanderfolgende Nächte in der Hochsaison (Juli–August) und bis zu sieben Nächte in der Nebensaison. Zwischen zwei Reservierungen müssen mindestens sieben Tage liegen. Maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen im offiziellen Buchungssystem.
Was kostet eine Boje auf Cabrera?
Die Kosten richten sich nach Bootslänge und Saison. Für eine Yacht bis 12 Meter liegen die Kosten bei ca. 18 Euro (Hauptsaison) bzw. ca. 9 Euro (Nebensaison) pro Nacht (Stand: Juni 2026). Maßgeblich ist der im Buchungssystem angezeigte Preis.
Darf man mit dem Dinghy an Land?
Ja – aber nur an den erlaubten Anlandestellen: dem Hauptkai im Hafen (Moll Principal) und dem Mollet de Cas Pagès bei Sa Platgeta. An beliebigen Stränden oder Küstenabschnitten ist das Anlanden nicht erlaubt.
Gibt es Restaurants, Duschen oder Müllentsorgung?
Nein. Es gibt öffentliche Toiletten, aber keine Duschen, keine Restaurants, keine Tankstelle, keinen Landstrom und keine Müllentsorgung. Es gibt eine kleine Kantine mit Getränken. Proviant muss vollständig mitgebracht werden. Müll zurück nach Mallorca.
Ist Cabrera für Chartercrews geeignet?
Ja – mit guter Vorbereitung. Navigationserlaubnis und Bojenreservierung müssen vorab beantragt sein. Das Boot sollte vollständig versorgt sein. Für erfahrene Crews ist Cabrera ein wunderbarer Stopp; für sehr unerfahrene Crews oder ohne Vorlaufplanung gibt es auf den Balearen entspanntere Alternativen.
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