
Wer an Sizilien denkt, denkt zuerst an die Liparischen Inseln. Vulcano, Stromboli, Lipari – diese Namen sind in keinem Segelführer zu übersehen. Doch westlich von Sizilien, kaum zwanzig Seemeilen von Trapani entfernt, liegen drei Inseln, die einen ganz anderen Ton setzen: Favignana, Levanzo und Marettimo.
Die Ägadischen Inseln wirken wie ein anderes Sizilien. Kleiner, ruhiger, näher am Wasser. Statt großer Marinas und langer Strandpromenaden warten helle Felsen, türkisfarbene Buchten, Fischerboote in kleinen Hafengassen und Abende in einfachen Restaurants, in denen man noch auf Einheimische trifft. Wer hier mit der Charteryacht unterwegs ist, erlebt kein lautes Standardrevier – sondern ein Stück italienisches Mittelmeer, das angenehm eigenständig geblieben ist.
Gleichzeitig gehören die drei Inseln zur Area Marina Protetta Isole Egadi, einem der größten Meeresschutzgebiete Italiens. Das bedeutet: Bojenfelder, Schutzzonen und Autorisierungen sind Teil der Törnplanung. Wer das vorab versteht, erlebt das Revier entspannt. Wer darauf hofft, es vor Ort zu improvisieren, kommt ins Stolpern.
Dieser Guide erklärt beides: den Charakter des Reviers und die Logik des Schutzgebiets – in der richtigen Reihenfolge.
Warum die Ägadischen Inseln so reizvoll sind
Die Ägadischen Inseln sind kein Geheimtipp im Sinne von unentdeckt – sie haben ihre Fans, und im Hochsommer merkt man das. Aber verglichen mit den Liparischen Inseln oder der sardischen Costa Smeralda wirken sie immer noch überschaubar, authentisch und entspannt. Das hat Gründe.
Favignana, Levanzo und Marettimo liegen dicht beieinander. Die Überfahrten zwischen den Inseln sind kurz, die Schläge übersichtlich. Chartercrews, die keine langen Passagen mögen, können hier in wenigen Tagen drei völlig unterschiedliche Inselwelten erleben. Das Wasser ist klar, der Untergrund hell, die Buchten oft geschützt – kurzum: ein Revier, das auf den ersten Blick Badefreiheit und Ankerstopps verspricht.
Was das Revier von vergleichbaren Zielen unterscheidet, ist der Ton. In Favignana gibt es Fahrräder und Mofas statt Luxusboutiquen, in Levanzo zählt die Bevölkerung kaum zweihundert Menschen, in Marettimo trifft man eher auf Wanderer und Taucher als auf Chartergäste. Die Inseln haben eine eigene Würde.
Für Crews, die nicht nur Marina-Hopping möchten, sondern ein Revier mit Charakter suchen, sind die Ägadischen Inseln eine ernsthafte Option. Ein Revier, das gute Vorbereitung belohnt.
Die drei Inseln: Favignana, Levanzo und Marettimo
Favignana – Buchten, Hafenort und italienischer Sommer
Favignana ist die größte und lebendigste der drei Inseln. Der gleichnamige Hafenort hat ein Zentrum mit kleinen Läden, Restaurants und Bars, einer alten Thunfischfabrik, die heute als Museum genutzt wird, und einem Hafen mit regelmäßigem Fährverkehr nach Trapani. Für Chartercrews ist Favignana der natürliche Ausgangspunkt: Versorgung, Landgang, Liegeplatz – alles hier, wenn auch ohne große Marinainfrastruktur.
Die Buchten rund um Favignana gehören zu den bekanntesten Anlaufzielen des Reviers: Cala Rossa im Nordosten mit ihren roten Felsen und klarem Wasser, Cala Azzurra im Südosten als einer der beliebtesten Badestopps, Cala Rotonda und Lido Burrone an der Südküste. Wer an der Nordküste unterwegs ist, sollte die dort vorhandenen Unterwasserfelsen beachten – sie sind teils nicht vollständig in allen Seekarten verzeichnet.
Favignana liegt in der Zone C des Schutzgebiets, die vergleichsweise wenige Einschränkungen für die freie Navigation vorsieht. Bojenfelder sind saisonal installiert. Ankern ist zonenabhängig und an ökologisch sensiblen Meeresböden – insbesondere Posidoniawiesen – nicht zulässig. Mehr dazu im Abschnitt zur Schutzgebietslogik.
Levanzo – klein, ruhig und fast entrückt
Levanzo ist die kleinste der drei Inseln. Wer hier einläuft, kommt in einen der beschaulichsten Orte des tyrrhenischen Mittelmeers: weiße Häuser, ein kleiner Kai, ein Café, kaum Verkehr, viel Stille. Der Ort zählt nur wenige hundert Einwohner – und das ist auch im Sommer noch spürbar.
Bekannte Anlaufstellen rund um Levanzo sind die Cala Minnola als geschützter Anker- und Bojenbereich sowie die Grotta del Genovese an der Westküste, eine Höhle mit prähistorischen Wandmalereien, die mehr als zehntausend Jahre alt sind. Der Besuch der Grotte erfolgt zu Fuß oder mit einem kleinen Boot – kein Yachtstopp, aber ein kultureller Kontrapunkt zum Segelalltag.
Levanzo liegt teils in Zone B, teils in Zone C. In Zone B – westliche Seite der Insel – gelten strengere Regeln; Navigation und Aktivitäten sind reguliert und teilweise autorisierungspflichtig. Die östliche Seite und Cala Minnola liegen in Zone C. Wer hier ankern oder eine Boje nutzen möchte, prüft vorab, welche Zone gilt und ob eine Autorisierung notwendig ist.
Marettimo – wild, felsig und abgelegen
Marettimo ist die westlichste und wildeste der drei Inseln. Felswände fallen steil ins Meer, die Küste ist buchtenreicher und rauer als auf Favignana. Es gibt Wanderwege, Grotten, klares Wasser und eine Stille, die selbst im Hochsommer erhalten bleibt. Taucher schätzen Marettimo für seine Unterwasserwelt – das Revier gilt als eines der schönsten Tauchgebiete Siziliens.
Marettimo ist stärker wetterabhängig als Favignana. Die Insel liegt exponierter, Liegeoptionen sind begrenzter und Wind aus ungünstiger Richtung kann Stopps unangenehm machen. Für Crews mit Zeitpuffer und Interesse an Natur und Einsamkeit ist Marettimo der lohnendste Abstecher. Wer unter Zeitdruck steht oder eine anspruchslose Crew hat, denkt den Marettimo-Stopp gut durch.
Die Westküste Marettimos liegt in Zone A, dem streng geschützten Kernbereich des Schutzgebiets – für normale Charterplanung praktisch kein Anker- oder Liegeplatz. Der östliche Teil und der kleine Hafen liegen in Zone C. Die Bojenfelder bei Marettimo sind saisonal; Autorisierung ist auch hier erforderlich.
Von wo startet man am besten?
Die Wahl der Charterbasis entscheidet, wie gut die Ägadischen Inseln in den Törn passen.
Trapani
Der ideale Ausgangspunkt für einen Egadi-fokussierten Törn. Trapani liegt nur rund zwanzig Seemeilen von Favignana entfernt. Die Stadt selbst – mit ihrer barocken Altstadt und den berühmten Salinen südlich der Stadt – ist ein lohnender Aufenthalt vor dem Ablegen. Wer die Inseln intensiv erleben möchte, wählt Trapani.
Marsala
Etwas südlicher gelegen, ebenfalls gut für Westsizilien und die Egadi-Inseln. Der Hafen liegt nahe der historischen Altstadt und dem Stagnone-Naturschutzgebiet. Für Crews, die Westsizilien und die Egadi-Inseln verbinden möchten, eine gute Alternative zu Trapani.
Palermo
Für einen längeren Törn mit zehn bis vierzehn Tagen geeignet. Palermo ist eine größere Charterbasis mit sehr guter Fluganbindung. Von Palermo aus lässt sich Westsizilien mit San Vito lo Capo, dem Golfo di Castellammare, Trapani und den Egadi-Inseln als zusammenhängende Route planen. Als reiner Egadi-Ausgangspunkt ist die Entfernung jedoch spürbar.
Nicht suggerieren, dass die Ägadischen Inseln ein schneller Tagesabstecher von Palermo sind – für einen entspannten Aufenthalt braucht es mindestens drei bis vier Tage ab Trapani oder Marsala.
Westsizilien mitdenken: San Vito, Zingaro und der Weg zu den Inseln
Wer genug Zeit hat, verbindet die Ägadischen Inseln mit der westsizilianischen Küste zu einem runden Törnbild.
Der Golfo di Castellammare nördlich von Trapani ist eine breite, gut zehn Seemeilen messende Bucht mit authentischen Fischerorten wie Terrasini und Castellammare del Golfo. Keine glamouröse Kulisse, aber echte sizilianische Atmosphäre.
San Vito lo Capo am nördlichen Kap des Golfs gilt als einer der schönsten Strände Italiens: weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, ein Yachthafen mit guter Infrastruktur. Im Hochsommer ist der Ort belebt und Liegeplätze können knapp werden. Als Übergangsstation zwischen der Nordküste und dem Egadi-Revier funktioniert San Vito gut.
Südlich von San Vito liegt das Zingaro-Naturschutzgebiet, eine der schönsten Küstenlandschaften Siziliens. Ankern ist im Naturschutzgebiet nicht erlaubt – aber die Küste von See aus zu erleben, als stille Passagekulisse, lohnt sich.
Zwischen der Westküste Siziliens und den Inseln sollte man Wind, Strömung und See einkalkulieren. Bei Nordwestwind können kurze, kabbelige Wellen zwischen Festland und Inseln stehen. Ein Wetterfenster für den Hin- und Rückweg ist keine Vorsichtsmaßnahme, sondern gute Törnplanung.
Ein Sizilien-Törn zu den Ägadischen Inseln?
Favignana, Levanzo und Marettimo sind ideal für Crews, die klares Wasser, kleine Orte und italienisches Flair suchen. Wir helfen Ihnen, Route, Yacht und realistische Liegeplatzplanung zusammenzudenken.
Sizilien-Törn persönlich planen lassenSchutzgebiet, Bojen und Permits: Was Crews vorab klären sollten
Die Ägadischen Inseln liegen vollständig innerhalb der Area Marina Protetta Isole Egadi, einem der flächenmäßig größten Meeresschutzgebiete Italiens mit knapp 54.000 Hektar Schutzfläche. Das klingt bürokratisch – ist in der Praxis aber gut strukturiert und für Chartercrews überschaubar, wenn man es vorab versteht.
Die Regeln nehmen dem Revier nicht den Reiz. Im Gegenteil: Sie erklären, warum das Wasser hier so klar ist, warum Posidoniawiesen geschützt werden und warum die Buchten nicht überlaufen sind. Bojenfelder sind Teil der Törnplanung – nicht als Einschränkung, sondern als Orientierungshilfe für ein schönes und naturverträgliches Ankern.

Zonen verstehen: Was bedeutet Zone A, B, C und D praktisch?
Die AMP Isole Egadi gliedert sich in vier Schutzzonen. Für Chartercrews ist entscheidend, welche Zone die geplante Bucht oder der geplante Ankerplatz betrifft.
Zone A – Integraler Schutz
Die strengste Schutzzone. Sie umfasst die Westküste Marettimos und das kleine Inselchen Maraone. Für normale Chartercrews ist Zone A kein Anker- oder Liegeplatz. Erlaubt sind Schwimmen, geführte Tauchgänge in bestimmten Zeiträumen sowie autorisierte Schiffe der Inselbewohner.
Für Crews praktisch: Nicht anlaufen oder ankern. Die Westküste Marettimos umfahren und im östlichen Teil des Hafens orientieren.
Zone B – Allgemeiner Schutz
Umfasst den Faraglione di Favignana, die westliche Seite Levanzo und Teile Marettimos. In Zone B ist freie Navigation für nicht motorisierte Boote möglich (Segeln, Rudern, Elektroantrieb); geführte Tauchgänge und Sport- sowie Berufsfischerei mit Genehmigung. Die Küstendistanzregelung für motorisierte Boote gilt bevorzugt für Inselbewohner.
Für Crews praktisch: Zone B erfordert Aufmerksamkeit. Bevor man an der Westseite Levanzo oder nahe Faraglione di Favignana ankert oder liegt, die aktuelle AMP-Regelung prüfen.
Zone C – Teilweiser Schutz
Die für Chartercrews relevanteste Zone. Sie umfasst die gesamte Insel Favignana sowie die Ostseiten von Levanzo und Marettimo. Freie Navigation ist möglich; autorisierte Einzel-Tauchgänge sind erlaubt. Sport- und Kleinfischerei ebenfalls mit entsprechender Genehmigung.
Für Crews praktisch: Zone C erlaubt Navigation und – an geeignetem Meeresboden – Ankern oder das Nutzen eines Bojenfelds. Posidoniawiesen und ökologisch sensible Böden sind auch in Zone C zu meiden.
Zone D – Pufferzone
Das Seegebiet zwischen den Inseln. Hier sind Schleppnetzfischerei und Großreusen unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Für Segelyachten und Charterboote ist Zone D praktisch die normale Transitzone zwischen den Inseln.
Für Crews praktisch: Für Chartercrews keine wesentlichen Einschränkungen beim Transit. Zone D ist das offene Wasser zwischen Favignana, Levanzo und Marettimo.
Die verbindliche Zonenkarte und aktuelle Detailregelungen finden sich auf der offiziellen Website der Area Marina Protetta Isole Egadi. Vor dem Törn die eigene Route gegen die aktuelle Zonenlogik prüfen – nicht nur gegen den Reiseführer.
Bojenfelder bei Favignana, Levanzo und Marettimo
An allen drei Inseln installiert die AMP Isole Egadi saisonal Bojenfelder. Diese Felder sind durch geografische Koordinaten abgegrenzt und werden von der Schutzgebietsverwaltung betrieben. Sie schützen den Meeresboden vor Ankerschäden und geben Chartercrews die Möglichkeit, ohne eigenes Ankern schön zu liegen.
Für Crews ist der wichtigste Grundsatz: nicht einfach an irgendeine Boje gehen. Das Nutzen einer Boje im Bojenfeld der AMP erfordert eine Autorisierung. Wer ohne gültige Genehmigung an einer AMP-Boje liegt, riskiert eine Geldstrafe.
Autorisierungen: So funktioniert das System
- Online: über das offizielle Portal der AMP unter autorizzazionionline.ampisoleegadi.it
- In den AMP-Büros: Piazza Europa 3, 91023 Favignana, Mo–Fr 10:00–12:00 Uhr
- Vor Ort im Bojenfeld: beim Servicepersonal, jedoch gegen eine zusätzliche Verwaltungsgebühr
- Gültigkeitsdauern: täglich, wöchentlich oder monatlich – je nach Aufenthalt wählen
Maßgeblich für aktuelle Gebühren und Konditionen sind die Angaben der Area Marina Protetta und des jeweiligen Autorisierungssystems. Preise können saisonal angepasst werden – bitte keine Beträge aus älteren Reiseführern als verbindlich betrachten.
Bojenfelder sind kein Notbehelf, sondern ein durchdachtes System: Sie machen klar, wo sicher und erlaubt gelegen werden kann – und schützen gleichzeitig Posidonia und sensible Meeresböden, die das Revier erst so attraktiv machen.
BlueDiscovery-App und Online-Autorisierung
Die AMP Isole Egadi stellt eine eigene App bereit: BlueDiscovery. Sie ist kostenlos in den App-Stores von Apple und Google Play verfügbar.
Was die App bietet:
- Virtuelle Karte: alle relevanten Punkte des Schutzgebiets auf einen Blick – Zoneneinteilung, Bojenstandorte, Ankerpunkte, Tauchbereiche
- Autorisierungssystem: Anträge und Zahlungen für Navigation, Ankern, Mooring, Sportfischerei und Tauchen direkt in der App möglich
- Meldungsfunktion: georeferenzierte Fotos für Hinweise oder Auffälligkeiten im Schutzgebiet einreichen
Die App ist kein lästiges Formular, sondern eine praktische Orientierungshilfe: Wo bin ich? Welche Zone gilt? Wo liegen die Bojen? Welche Autorisierung brauche ich für diese Bucht?
Wichtig: Die App nicht erst in der Bucht öffnen. App installieren, Karte vorab prüfen und Genehmigungen vor dem Ablegen beantragen. Digitale Genehmigungen an Bord verfügbar halten – Screenshot oder PDF-Dokument.
Bei einer Charteryacht empfiehlt es sich, die Planung mit der Charterbasis abzustimmen. Manche Vercharterer informieren Crews über aktuelle AMP-Regelungen, andere setzen voraus, dass sich die Crew eigenständig informiert hat.
Traumbuchten ja – aber bitte entspannt geplant
In Schutzgebieten entscheiden nicht nur Wind und Distanz, sondern auch Bojen, Zonen und Autorisierungen. Wir beraten Sie, ob die Ägadischen Inseln zu Ihrer Crew, Saison und Route passen.
Beratung für Sizilien anfragenAnkern und Baden: schön bleiben, richtig planen
Viele Buchten rund um die Ägadischen Inseln sind malerisch – aber nicht jede Bucht ist automatisch ein freier Ankerplatz. Die Zonierung der AMP, der Meeresboden und eine eventuelle Autorisierungspflicht bestimmen, was wo möglich ist.
Einige Orientierungspunkte für Chartercrews:
- Posidonia und sensible Meeresböden meiden. Ankern auf Posidoniawiesen ist in der gesamten AMP nicht zulässig. Die Pflanzenbetten sind in der BlueDiscovery-App sichtbar und auf nautischen Karten häufig markiert. Im Zweifel: Boje statt Anker.
- Zone C erlaubt freie Navigation. In den Bereichen, die offiziell als Zone C ausgewiesen sind, ist Ankern an geeignetem Grund – also außerhalb ökologisch sensibler Flächen – nach der AMP-Zonierung grundsätzlich möglich. Bojenfelder, sofern installiert, haben Vorrang.
- Zone B: Autorisierung prüfen. An der Westseite Levanzo und anderen Zone-B-Bereichen gelten strengere Regeln. Vor dem Ankern oder Festmachen die aktuelle Regelung über die BlueDiscovery-App oder die AMP direkt klären.
- Unterwasserfischen und Organismus-Entnahme sind im gesamten Schutzgebiet nicht erlaubt – das gilt für alle Chartercrews, unabhängig von Nationalität oder Lizenz.
- Bade- und Schnorchelstopps sind in den meisten Buchten möglich und erfreulich. Naturverträglich planen: Abstand zu sensiblen Zonen halten, nicht auf Posidonia stehen oder tauchen, keine Tiere berühren oder mitnehmen.
Bei Unsicherheit gilt: Boje statt Anker, und im Zweifel die AMP-Büros in Favignana fragen. Das Personal ist erreichbar und erteilt Auskunft.
Törnplanung: So baut man die Ägadischen Inseln sinnvoll ein

Eine Woche ab Trapani oder Marsala
Für eine Woche ist Favignana als Einstieg ideal. Von Trapani aus erreicht man die Insel in zwei bis drei Stunden – je nach Wind auch seglerisch anspruchslos. Cala Rossa, Cala Azzurra und der Hafenort geben genug Stoff für zwei Nächte und einen vollen Landtag.
Levanzo bietet danach den ruhigen Gegenpol: kleinerer Ort, weniger Betrieb, Cala Minnola als Ankerstopp. Wer noch Zeit und ein gutes Wetterfenster hat, verlängert auf Marettimo – aber ohne Zeitdruck. Marettimo am letzten Chartertag zu erzwingen, wenn der Rückweg nach Trapani noch bevorsteht, ist kein entspannter Plan.
Eine Woche ab Marsala oder Trapani mit Favignana, Levanzo und Rückweg funktioniert entspannt. Marettimo als optionalen Bonus planen.
Zehn bis vierzehn Tage ab Palermo
Wer mehr Zeit hat, baut Westsizilien als Route ein:
Mögliche Route (10–14 Tage)
Palermo → Golfo di Castellammare (Tagesstopp oder Übernachtung) → San Vito lo Capo → Trapani → Favignana → Levanzo → Marettimo (bei passendem Wetter) → Rückweg mit Wetterreserve nach Trapani oder Marsala → Palermo
Diese Route gibt dem Törn Tiefe: Kulturstädte, Naturküste, Fischerdörfer und die Inselwelt der Egadi in einem Bogen. Die Strecken sind gut planbar, die Infrastruktur ausreichend.
Ruhige Variante: weniger Inseln, mehr Zeit
Wer nicht alle drei Inseln erzwingen möchte, fährt besser mit weniger. Favignana und Levanzo geben bereits ein vollständiges Bild des Reviers: eine belebte und eine ruhige Insel, gute Buchten, schöne Landgänge.
Mehr Zeit pro Insel bedeutet: Landtag mit Fahrrad oder Moped auf Favignana, Besuch der Grotta del Genovese auf Levanzo, mehr Badestopps, mehr Ruhe. Das Wetterfenster für Marettimo kann man abwarten – und dann entscheiden, ob es passt. Kein Törn verliert seinen Wert, wenn Marettimo ausfällt.
Typische Fehler von Chartercrews
- Autorisierungen zu spät prüfen. Wer die BlueDiscovery-App erst im Bojenfeld öffnet, verliert Zeit und zahlt ggf. die Vor-Ort-Gebühr.
- Bojenfelder wie freie Moorings behandeln. AMP-Bojen sind nicht spontan nutzbar. Eine gültige Autorisierung ist Voraussetzung.
- Ankern nach App-Kommentaren statt nach Zone und Meeresboden. Social-Media-Tipps und alte Reiseführer können veraltet sein. Die aktuelle AMP-Karte hat Vorrang.
- Marettimo ohne Wetterreserve planen. Die Insel liegt exponiert – ein Puffertag für Wind und See ist keine Vorsichtsmaßnahme, sondern vernünftige Planung.
- Trapani oder Marsala nicht als Ausweichoptionen denken. Wenn eine Bucht nicht passt, bieten die westsizilianischen Häfen immer eine gute Alternative.
- Posidonia-Risiko unterschätzen. Wer auf Posidoniawiesen ankert, riskiert nicht nur eine Strafe, sondern beschädigt irreversibel einen wichtigen Lebensraum.
- Zu viele Inseln in zu wenig Zeit pressen. Drei Inseln in zwei Tagen – das klingt machbar, ist aber kein entspannter Törn. Lieber eine Insel gut als drei Inseln gehetzt.
Checkliste vor dem Ablegen
- Welche Inseln sind für diese Woche realistisch?
- Welche AMP-Zonen werden berührt – Zone A, B, C oder D?
- Brauche ich eine Navigation-, Anker- oder Mooring-Autorisierung für die geplanten Stopps?
- Sind die Bojenfelder bei Favignana, Levanzo und Marettimo saisonal installiert?
- Ist die BlueDiscovery-App installiert und getestet – mit Karte und Autorisierungsfunktion?
- Ist die Genehmigung digital an Bord gespeichert (Screenshot oder PDF)?
- Wo sind Ausweichhäfen bei Wetter oder vollen Bojenfeldern?
- Was sagt die Charterbasis zu aktuellen AMP-Regelungen?
- Gibt es ein Wetterfenster für den Marettimo-Stopp?
- Sind Posidonia-Bereiche in der Karte geprüft und markiert?
- Sind Tank, Frischwasser und Proviant für die Inseltage aufgefüllt? (Marettimo hat kaum Versorgungsinfrastruktur.)
Fazit: Ein Revierjuwel mit klarer Logik
Die Ägadischen Inseln sind kein Ersatzprogramm für die Liparen – sondern ein eigenes kleines Revierjuwel. Favignana bringt Buchten, Ortsleben und italienischen Sommer zusammen. Levanzo entschleunigt. Marettimo liefert Felsen, klares Wasser und Natur auf engstem Raum.
Wer Schutzgebiet, Bojenfelder und Wetterfenster von Anfang an mitdenkt, erlebt westlich von Sizilien einen Törn, der lange in Erinnerung bleibt: klares Wasser, kleine Orte, Fischerhäfen, italienischer Abend und das Bewusstsein, an einem der am besten geschützten Teile des Mittelmeers gewesen zu sein.
Wer bei der Planung unsicher ist – ob die Egadi-Inseln zur eigenen Crew passen, welche Route ab Trapani oder Palermo realistisch ist, oder wie Bojen und Autorisierungen in die Charterlogistik passen – kann sich von uns beraten lassen. Wir kennen das Revier und helfen, Sizilien-Törns vernünftig aufzubauen. Für weitere Orientierung zur Planung von Schutzgebiets-Stopps lohnt sich auch ein Blick auf unseren Guide zum richtigen Ankern mit der Charteryacht oder den Erfahrungsbericht zu Cabrera – einem ähnlich strukturierten Schutzgebiets-Stopp auf den Balearen.
Westsizilien und die Ägadischen Inseln richtig planen
Ob Favignana, Levanzo, Marettimo, San Vito lo Capo oder Palermo – wir unterstützen Sie bei Revierwahl, Yacht und Törnplanung.
Jetzt unverbindlich anfragenHäufige Fragen zu den Ägadischen Inseln mit der Charteryacht
Brauche ich für die Ägadischen Inseln eine Genehmigung?
Für die Nutzung von Bojenfeldern und das Ankern in bestimmten Zonen der AMP Isole Egadi ist eine Autorisierung erforderlich. Diese kann online über autorizzazionionline.ampisoleegadi.it, in den AMP-Büros in Favignana oder vor Ort beim Servicepersonal (gegen Zusatzgebühr) beantragt werden. Die BlueDiscovery-App bietet ebenfalls eine Antragsmöglichkeit.
Darf man auf den Ägadischen Inseln ankern?
Ankern ist zonenabhängig. In Zone C (umfasst ganz Favignana und die Ostseiten von Levanzo und Marettimo) ist Ankern an geeignetem Meeresboden nach der Zonierung grundsätzlich möglich – allerdings nicht auf Posidoniawiesen oder ökologisch sensiblen Böden. In Zone B gelten strengere Regeln. In Zone A ist Ankern für Charterboote praktisch nicht möglich. Bojenfelder haben in den entsprechenden Bereichen Vorrang.
Was ist die BlueDiscovery-App?
Die offizielle App der Area Marina Protetta Isole Egadi. Sie zeigt eine virtuelle Karte mit Zoneneinteilung, Bojenstandorten und Tauchbereichen und ermöglicht Anträge und Zahlungen für Autorisierungen (Navigation, Ankern, Mooring, Sportfischerei, Tauchen). Kostenlos in den App-Stores verfügbar.
Welche Insel ist für Einsteiger am besten?
Favignana ist der zugänglichste Einstieg: guter Hafen, Versorgung, Liegeplätze, schöne Buchten in Zone C. Levanzo ist ruhiger und kleiner, aber überschaubar. Marettimo ist am anspruchsvollsten und wetterabhängigsten – für Einsteiger besser als optionaler Bonus planen.
Von wo startet man am besten zu den Egadi-Inseln?
Trapani ist der ideale Ausgangspunkt für einen Egadi-fokussierten Törn – nur rund zwanzig Seemeilen von Favignana entfernt. Marsala ist eine gute Alternative. Ab Palermo empfiehlt sich ein längerer Törn mit mindestens zehn bis vierzehn Tagen, der Westsizilien als Route einbezieht.
Darf man auf den Ägadischen Inseln fischen?
Sportfischerei ist in bestimmten Zonen mit Genehmigung möglich. Unterwasserfischen und die Entnahme von Organismen aus dem Meer sind im gesamten Schutzgebiet verboten – ohne Ausnahme für Chartercrews.
Was kosten die Bojenfelder?
Maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Area Marina Protetta Isole Egadi und des jeweiligen Autorisierungssystems. Gültigkeitsdauern sind täglich, wöchentlich oder monatlich. Wer die Genehmigung vor Ort beim Personal beantragt, zahlt eine zusätzliche Verwaltungsgebühr.
Ist Marettimo für alle Crews geeignet?
Marettimo ist für erfahrene und gut vorbereitete Crews ein lohnender Stopp – felsige Küste, klares Wasser, ursprüngliche Natur. Die Insel liegt jedoch exponierter als Favignana und ist stärker wetterabhängig. Für Crews mit engen Zeitplänen oder wenig Erfahrung ist ein Puffertag wichtig. Wer Marettimo nicht erzwingen kann, verliert nichts – Favignana und Levanzo sind bereits ein vollständiges Egadi-Erlebnis.


