Segelboot ankert in einer kroatischen Bucht – 70-Meter-Abstandsregel zur Küste
Segelpraxis & Sicherheit

Neue Ankerregeln in Kroatien 2026: Die 70-Meter-Zone und was Skipper wissen sollten

·5 Min. Lesezeit

Kroatien gehört zu den Revieren, die man einmal erlebt haben möchte – und dann immer wieder besucht. Klares Wasser, gut erreichbare Inseln, eine verlässliche Infrastruktur: Die Adria bietet Chartercrews aller Erfahrungsstufen – ob Bareboat oder mit Skipper – eine solide Grundlage für entspannte Törns. Seit 2026 gilt beim Ankern in der Nähe der kroatischen Küste eine neu präzisierte Abstandsregel. Die Mindestdistanz wurde auf 70 Meter festgelegt. Was das konkret bedeutet und wie gut sich das in der Praxis planen lässt, zeigt dieser Beitrag.

Worum geht es bei der neuen 70-Meter-Regel?

Die Änderung ist überschaubar, aber relevant. Bislang galt beim freien Ankern in Kroatien ein Mindestabstand von 50 Metern zur Küste. Ab 2026 beträgt dieser Abstand 70 Meter. Was sich dabei klar geregelt hat, ist auch die Messmethode: Maßgeblich ist nicht der Abstand zum Anker am Meeresgrund, sondern die Distanz von der Küstenlinie – also der Grenze zwischen Land und Wasser – bis zu dem Punkt, an dem die Ankerkette die Wasseroberfläche verlässt.

Dieser Messpunkt ist der sichtbare Eintrittspunkt der Kette. Er liegt direkt unterhalb des Bugs und ist aus der Vogelperspektive gut ablesbar. Für die Planung an Bord bedeutet das: mehr Orientierung, eine klar definierte Bezugslinie und eine Messung, die sich mit gängigen Navigations-Apps einfach abschätzen lässt.

Warum der Eintrittspunkt der Ankerkette entscheidend ist

Wer das erste Mal von dieser Regel hört, denkt vielleicht intuitiv an den Anker selbst – der liegt aber je nach Wassertiefe und Kettenlänge weit vom Eintrittspunkt entfernt. Entscheidend ist allein die Stelle, an der die Kette die Wasseroberfläche durchquert und in die Tiefe führt.

In der Praxis ergibt sich daraus eine klare Orientierung für die typische Ankerkonfiguration: Der Bug zeigt zur offenen See, das Heck liegt küstenwärts. Der Eintrittspunkt der Kette – direkt unterhalb des Bugs – ist damit der Referenzpunkt für den Abstand. Das Begleitbild zu diesem Artikel macht das anschaulich: Die Messung erfolgt von der Küste bis zu dieser Stelle an der Wasseroberfläche, nicht bis zum Anker auf dem Grund.

Diese Präzisierung hilft auch deshalb, weil sie nachvollziehbar und reproduzierbar ist. Keine Schätzung über Kettenlänge oder Wassertiefe – der Messpunkt ist sichtbar.

Was bedeutet das in der Praxis für Chartercrews?

Für die meisten beliebten Ankerbuchten entlang der dalmatinischen Küste ändert sich wenig. Buchten mit ausreichend Platz – und das sind die meisten – lassen sich nach wie vor gut nutzen. Wer bei der Buchtenwahl etwas Spielraum einplant, ankert 2026 genauso entspannt wie zuvor.

Einige Punkte, die die Planung erleichtern:

  • Navigationssoftware nutzen: Apps wie Navionics oder Orca bieten Messtools, mit denen sich Abstände direkt auf der Karte abschätzen lassen – schon beim Törnplanning am Abend zuvor.
  • Crew-Briefing: Ein kurzer Hinweis an Bord, wie der Abstand gemessen wird, erspart Rückfragen beim Einlaufen. Wer die Methode einmal erklärt hat, hat keine Unsicherheit mehr.
  • Bojenfelder als Alternative: Dort, wo Bojenfelder vorhanden sind, bieten sie eine bequeme Option – kein Abstandsmessen, kein Platzproblem.
  • Charterbasis fragen: Viele Basen geben aktuelle Revierhinweise zu Buchten, Kontrollen und Besonderheiten auf der geplanten Route. Das lohnt sich vor dem Ablegen.

Festmachen mit Landleine

Das Festmachen mit Heckleine zur Küste bleibt in Kroatien weiterhin möglich – und ist an vielen Buchten und kleinen Häfen nach wie vor revierüblich. Die 70-Meter-Regel bezieht sich auf das freie Ankern mit ausgeworfener Kette, nicht auf das Festmachen an offiziellen Liegeplätzen oder ausgewiesenen Bereichen.

Crews, die das klassische Med-Mooring mit Landleine planen, sollten weiterhin auf die örtlichen Gepflogenheiten achten: ob Festmachen erlaubt ist, ob der Untergrund geeignet ist und ob besondere Regeln für das Revier gelten. Aktuelle Törnführer und die Charterbasis sind hier die zuverlässigsten Quellen.

Abstände zu Badebereichen

Unabhängig von der 70-Meter-Zone gelten in Kroatien gesonderte Regelungen für ausgewiesene Badebereiche. Hier empfiehlt sich grundsätzlich etwas Abstand – sowohl aus Rücksicht als auch, weil es revierüblich ist. Wer eine Bucht anlaufen möchte, die sichtbar als Badebereich genutzt wird, wählt besser eine benachbarte Ankerposition mit mehr Spielraum. Das schafft eine entspannte Atmosphäre für alle Beteiligten.

Fazit: Kroatien bleibt gut planbar

Kroatien ist und bleibt ein attraktives Charterrevier – mit klaren Regeln, die gut planbar sind. Die 70-Meter-Zone schafft mehr Orientierung für alle: Sie schützt die Küste und gibt Chartercrews eine verlässliche Grundlage für die Buchtenwahl. Wer versteht, wie der Abstand gemessen wird, und bei der Törnplanung etwas Spielraum einkalkuliert, ankert 2026 genauso entspannt wie in den Jahren zuvor.

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Häufige Fragen

Wie wird der 70-Meter-Abstand beim Ankern in Kroatien gemessen?+
Der Abstand wird von der Küstenlinie – also der Grenze zwischen Land und Wasser – bis zum Punkt gemessen, an dem die Ankerkette die Wasseroberfläche verlässt. Dieser Eintrittspunkt liegt direkt unterhalb des Bugs. Nicht relevant ist die Position des Ankers selbst auf dem Meeresgrund.
Gilt die 70-Meter-Regel überall in Kroatien?+
Die Regel gilt grundsätzlich beim freien Ankern an der kroatischen Küste. In Nationalparks, Schutzgebieten und ausgewiesenen Buchten können zusätzliche oder abweichende Regelungen bestehen. Aktuelle Hinweise gibt die Charterbasis vor dem Ablegen.
Kann ich mit Landleine immer noch ans Ufer festmachen?+
Ja. Das Festmachen mit Heckleine zur Küste ist weiterhin möglich und an vielen Buchten revierüblich. Die 70-Meter-Regel bezieht sich auf das freie Ankern mit Ankerkette. Für das Med-Mooring gelten die örtlichen Gepflogenheiten und Regelungen.

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