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Kroatien: In Vinišće werden Ankergebühren erhoben

Revier: Kroatien / Dalmatien ab Split / Kroatien Charter anfragenWirksam ab: 01. Juli 2026Stand: 07. August 2026
Yacht in einer kroatischen Ankerbucht
Symbolbild, KI-generiert. In beliebten kroatischen Buchten sollten Chartercrews neben Wetter, Ankergrund und Schutz künftig auch mögliche lokale Gebühren im Blick behalten.

In der Bucht Vinišće westlich von Trogir müssen Chartercrews seit Sommer 2026 mit Ankergebühren rechnen. Der Fall zeigt, dass in Kroatien zunehmend auch klassische Ankerbuchten bewirtschaftet werden können.

Schneller Überblick

  • Vinišće, eine Bucht westlich von Trogir (Mitteldalmatien), wird seit Sommer 2026 als kostenpflichtiger Ankerbereich bewirtschaftet.
  • Zuständig ist nach aktueller Quellenlage die Hafenbehörde der Gespanschaft Split-Dalmatien (Lučka uprava Splitsko-dalmatinske županije).
  • Die Gebühr richtet sich nach Bootslänge, Hafenkategorie und Art der Nutzung (Ankern ohne Mooring oder mit Mooring-Einrichtungen) gemäß der Gebührenordnung der Hafenbehörde.
  • Crews sollten beim Kassieren immer eine offizielle Quittung verlangen – mit Aussteller, Datum, Bootslänge und Betrag.
  • Vinišće zeigt, dass beliebte Ankerbuchten in Kroatien zunehmend auch ohne klassisches Bojenfeld bewirtschaftet werden können.
  • Ankern bleibt fester Bestandteil vieler Kroatien-Törns – sollte aber nicht automatisch als kostenlos angenommen werden.

Was ist in Vinišće neu?

Vinišće ist eine ruhige, gut geschützte Ankerbucht an der mitteldalmatinischen Küste, rund acht Kilometer westlich von Trogir. Die Bucht liegt abseits der großen Marinas, bietet guten Schutz und ist bei Chartercrews auf Dalmatien-Törns beliebt. Seit Sommer 2026 ist Vinišće kein kostenlos nutzbarer Ankerplatz mehr: Die Hafenbehörde der Gespanschaft Split-Dalmatien erhebt dort Ankergebühren.

Das Verfahren ist dabei das gleiche wie in regulären Häfen: Berechtigte Mitarbeiter der Hafenbehörde kommen zum ankernden Boot, erfassen die Bootslänge und kassieren die Gebühr. Eine offizielle Quittung wird ausgestellt. Die Rechtsgrundlage dafür ist die Gebührenordnung der Lučka uprava Splitsko-dalmatinske županije (Pravilnik o visini lučkih pristojbi), zuletzt aktualisiert im Juni 2023.

Warum das für Chartercrews wichtig ist

Vinišće liegt genau in dem Revier, das viele Chartercrews für Mitteldalmatien-Törns nutzen: Trogir als Charterbasis, Ausflüge zur Insel Šolta, nach Drvenik oder in die Buchten der Halbinsel Kaštela. Die Region ist gut erschlossen, verkehrstechnisch günstig gelegen und bietet eine Mischung aus Marinas, Stadtkaianlagen und freien Ankerbuchten.

Genau diese Ankerbuchten – nicht ausgewiesene Bojenfelder, sondern klassische Schottenbuchten mit freiem Ankern – waren bislang für viele Crews ein günstigerer Tagesabschluss neben den teuren Marina-Stopps. Dass in Vinišće jetzt Gebühren anfallen, ändert nichts Grundlegendes am Revier. Aber es verändert die Erwartung: Freie Ankerbuchten sind nicht automatisch kostenlos.

Was kostet das Ankern – und wie berechnet sich die Gebühr?

Die Gebühr richtet sich nach der Gebührenordnung der Hafenbehörde Split-Dalmatien. Vinišće ist darin offiziell als Hafen der Kategorie III eingestuft (Tabelle IX der Gebührenordnung, Juni 2023). Die Liegegebühr (Pristojba za vez) wird pro Laufmeter Bootslänge und pro Tag berechnet.

Für Boote, die ausschließlich ankern – also keine fest installierten Mooring-Einrichtungen nutzen –, sieht Artikel 5 der Gebührenordnung eine Reduzierung der regulären Liegegebühr um 50 Prozent vor. Das ergibt nach Gebührenordnung folgende Beispielberechnung für Kategorie III:

  • Boot bis 10 Meter: Reguläre Kategorie-III-Gebühr 2,00 €/m/Tag – beim Ankern ohne Mooring also 1,00 €/m/Tag, d.h. rund 10 € je Nacht für ein 10-Meter-Boot.
  • Boot bis 15 Meter: Reguläre Gebühr 3,00 €/m/Tag – beim Ankern ohne Mooring 1,50 €/m/Tag, d.h. rund 21 € je Nacht für ein 14-Meter-Boot.

Diese Beträge ergeben sich rechnerisch aus der offiziellen Gebührenordnung. Die tatsächlich vor Ort erhobene Gebühr kann je nach Anwendung, Zahlungsmodalität und etwaiger Zusatzgebühren (etwa für Abfallentsorgung, sofern diese lokal eingeführt wird) abweichen. Entscheidend ist die offizielle Quittung.

Quittung und Kontrolle: Worauf Crews achten sollten

Artikel 16 der Gebührenordnung hält fest, dass alle Hafengebühren – auch in Ankerbereichen – bar oder per Karte an eine berechtigte Person der Hafenbehörde gezahlt werden, die dem Boot eine offizielle Quittung (račun) ausstellt. Dieses Verfahren gilt ohne Ausnahme.

Praktisch bedeutet das für Crews in Vinišće:

  • Quittung verlangen – immer, ohne Ausnahme. Die Quittung sollte Aussteller (Lučka uprava), Datum, Bootslänge und kassierten Betrag enthalten.
  • Auf Dienstausweis achten – wer kassiert, sollte sich auf Nachfrage als Mitarbeiter der Hafenbehörde ausweisen können. Ein ruhiges Nachfragen nach Zuständigkeit ist bei Unsicherheit völlig legitim.
  • Betrag vor der Zahlung klären – kurz nachfragen, auf welcher Grundlage der Betrag berechnet wird, wenn er unklar erscheint.
  • Bei Zweifel Charterbasis kontaktieren – Basismitarbeiter kennen die lokale Situation in der Regel gut und können einschätzen, ob die Situation regulär ist.

Wichtig: Keine Konfliktsituation aufbauen. Gebührenkontrollen in kroatischen Häfen und Ankerbereichen sind reguläre Verwaltungsakte, kein Grund zur Aufregung.

Größerer Trend: Bewirtschaftete Ankerbereiche in Kroatien

Vinišće ist kein Einzelfall im Sinne einer komplett neuen Regelung, sondern die Anwendung einer Rechtsgrundlage, die für alle Häfen und Ankerbereiche in der Zuständigkeit der Lučka uprava Splitsko-dalmatinske županije gilt. Die Gespanschaft Split-Dalmatien verwaltet neben Marinas und Stadthäfen auch eine Reihe natürlicher Ankerbereiche, für die grundsätzlich Gebühren erhoben werden können.

Ob und wo diese Gebühren in der Praxis auch tatsächlich eingehoben werden, hängt von Entscheidungen der Hafenbehörde ab. Vinišće zeigt, dass man in beliebten und gut zugänglichen Buchten in Dalmatien nicht mehr davon ausgehen sollte, automatisch kostenlos zu ankern. Das gilt insbesondere für Buchten in der Nähe von Städten wie Trogir, Split oder Makarska sowie an stark frequentierten Küstenabschnitten.

Gleichzeitig gilt: Weite Teile der kroatischen Küste – mit Tausenden von Buchten und Ankerplätzen – sind nach wie vor frei zugänglich. Die Entwicklung in Vinišće ist ein Hinweis auf eine Tendenz, kein pauschales Urteil über das gesamte Revier.

Wer sich über die allgemeinen Ankerregeln in Kroatien informieren möchte – Küstenabstände, die 70-Meter-Regel, Naturschutzgebiete und das Festmachen mit Landleinen – findet einen ausführlichen Überblick im Beitrag zu den Ankerregeln in Kroatien 2026.

Was bedeutet das für die Törnplanung?

Vinišće ändert nicht den Charakter des kroatischen Reviers. Kroatien bleibt eines der attraktivsten und vielseitigsten Charterreviere im Mittelmeer – mit kurzen Distanzen, guter Infrastruktur und einer riesigen Auswahl an Ankerplätzen.

Für eine realistische Törnplanung empfiehlt sich trotzdem ein Umdenken in einem Punkt:

  • Nebenkosten vollständig einplanen – das Budget sollte nicht nur Charterrate, Marinas und Bojenfelder umfassen, sondern auch mögliche Gebühren in Ankerbuchten. Auch wenn nicht alle Buchten kostenpflichtig sind: In populären Regionen kann die Überraschung klein bleiben, wenn man von Anfang an etwas Spielraum einrechnet.
  • Alternativen kennen – wer Vinišće meiden möchte oder dort keinen Platz findet, hat in der Region Trogir–Šolta–Drvenik zahlreiche weitere Optionen. Mehrere Buchten auf der Route im Blick zu haben, ist generell guter Törn-Stil.
  • Mix aus Marina, Stadtkai und Ankerbucht planen – wer Marina-Stopps bewusst einsetzt und Ankertage als günstigere Alternative nutzt, sollte beim Budgetrechnen jetzt auch für Ankerbuchten einen kleinen Puffer einbauen. Ein Dalmatien-Törn mit 2–3 Ankernächten pro Woche bleibt trotzdem deutlich günstiger als reine Marina-Navigation.
  • Sicherheit und Eignung vor Gebühren – wer aus reiner Gebührenvermeidung auf eine ungeeignete oder unsichere Ankerposition ausweicht, riskiert mehr als den eingesparten Betrag. Wetter, Ankergrund, Seegang und Platzverhältnisse bleiben das Wichtigste bei der Buchtenwahl.
  • Naturschutz und Seegras beachten – in Buchten mit Posidonia-Seegras ist das Ankern unabhängig von Gebühren eingeschränkt. Aktuelle Navigationssoftware (Navionics, Orca) zeigt entsprechende Bereiche an.

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Regeln können sich kurzfristig ändern. Prüfen Sie vor dem Törn immer die aktuellen Informationen beim Vercharterer und bei den zuständigen Behörden.

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